Agavendicksaft besser als Zucker?

0
28

Agaven lieben die trockene Hitze und lassen sich überall dort kultivieren, wo das Klima entsprechend frostfreie Lebensbedingungen bietet. Anders als in unseren Breiten, wo sie fast ausschließlich als Zierpflanze bekannt ist, wurde die Agave in ihrer mexikanischen Heimat bereits vor 8.000 Jahren als überaus vielseitige Nutzpflanze geschätzt. Nahrungsmittel, Baumaterial, Fasern für Kleidung, Papier und Schuhe – die robuste Pflanze lieferte Rohstoffe für ganz unterschiedliche Bereiche des täglichen Lebens. Von ganz besonderer Bedeutung jedoch ist nach wie vor ihr Saft.

Agavensaft galt und gilt als Naturheilmittel bei Verletzungen und Entzündungen. Zudem wurde der Saft der Agave immer schon zu Wein vergoren. „Pulque“, das mexikanische Nationalgetränk, oder auch der berühmte Tequila gehören zu den bekanntesten Agavensaft-Spezialitäten. Doch so hochprozentig muss es gar nicht sein, denn mit dem sogenannten Agavendicksaft liefert die Pflanze darüber hinaus noch einen ganz natürlichen Süßstoff, der seit einiger Zeit auch in Deutschland erhältlich ist.

Agavendicksaft im Überblick

Agavendicksaft ist ein vollkommen natürliches Süßungsmittel und kann als solches alternativ zu herkömmlichen Süßstoffen verwendet werden. Da die Trockenmasse des Agavendicksaftes zu 70 bis 90 Prozent aus Fructose besteht, verfügt Agavendicksaft im Vergleich zu Saccharose zudem über einen geringeren Energiewert bei höherer Süßkraft.

Die Konsistenz des Agavendicksaftes erinnert an träge fließenden Sirup. Sein Geschmack variiert von neutralsüß bis hin zu malzig oder karamellartig. Welche Geschmacksnuancen der entsprechende Dicksaft aufweist, lässt sich bereits an der Farbe des Produktes erkennen. Transparent, bernsteinfarben oder dunkles Braun – je kräftiger der Farbton des Agavendicksaftes ausfällt, umso deutlicher tendiert der Geschmack in Richtung Karamell.

Als natürlicher Süßstoff eignet sich Agavendicksaft für alle heißen und kalten Speisen und Getränke. Er kann aber auch für Backwaren und Süßspeisen verwendet werden. Neutralsüß und mild, verfälscht Agavendicksaft den Geschmack der Speisen nicht, hebt aber deren natürliches Aroma. Aufgrund seiner guten Gelierfähigkeit kann er auch zur Herstellung von Gelees und Marmeladen verwendet werden, und selbst zum Aufschlagen süßer Cremes und Massen lässt sich der natürliche Dicksaft verwenden.

Anders als Honig besitzt Agavendicksaft nur eine geringe Kristallisationsneigung, zudem ist der Wassergehalt des Saftes vergleichsweise niedrig. Beide Faktoren sorgen dafür, dass der Saft sich hervorragend lagern lässt. Als ideale Lagerbedingungen gelten Temperaturen unter 14 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte 65 Prozent nicht übersteigen. Agavendicksaft wird bei schonenden Temperaturen unter 48 Grad Celsius produziert. Auf diese Weise bleiben die wertvollen Enzyme des natürlichen Rohstoffes erhalten. Um diese Wirkstoffe nicht durch falsche Aufbewahrung zu zerstören, sollte Agavendicksaft stets dunkel gelagert werden.

Die Süßkraft des Agavendicksaftes ist um 25 Prozent höher als die des herkömmlichen, raffinierten Haushaltszuckers. Der Dicksaft ermöglicht so ein kalorienarmes und Insulin sparendes Süßen von Lebensmitteln.
Agavendicksaft ist für die vegane Ernährung geeignet. Aufgrund seines hohen Fructosegehaltes sollte er jedoch vor allem von Diabetikern stets in Maßen genossen werden. Bei Unverträglichkeit oder übermäßigem Genuss kann es zu Durchfällen kommen.

TEILEN
Vorheriger ArtikelÄrzte in München
Nächster ArtikelBio Fleisch online bestellen

Wir sind die freien Redakteure von fastlife.de, die sich auf die schönen Dinge des Lebens in München und für die Bereiche Wohnen, Musik, Kultur, Trends und Lifestyle in den verschiedensten Facetten spezialisiert haben. Wir laden Dich ein, das Themenspektrum unseres Magazins zu entdecken – klar strukturiert und visuell ansprechend aufbereitet.